Rollin‘! Rollin‘! Roll‘in!

Am 10. Juni 2017 spielten die grandiosen Prussian Fat Cats, die Roller Derby Sektion des SV Babelsberg 03, gegen die Berlin Rollergirls. Also, im Rahmen von Berlin rollt fand quasi das Rückspiel zum Scrimmage als Auftakt von „Der Ball ist bunt“ ein paar Wochen davor statt. Aus Babelsberg hatte sich ein kleiner Mob aufgemacht, der in Berlin noch um ein paar weitere Leute ergänzt wurde. Am Track im Poststadion fanden sich an diesem wunderbaren Sonnabend circa 300 Zuschauer*innen ein, die ein schönes erstes Spiel der genannten Teams und ein weiteres, vereinsinternes Duell von Bear City Roller Derby – zwischen Ketchup und Mayo – sahen.

Der kleine, aber feine Supporter*innen-Mob aus der Landeshauptstadt traf sich zu früher Stunde am Hauptbahnhof Potsdam. Die ersten ließen die Kronkorken knallen. Für mich gabs Sterni Alkfrei, was gar nicht mal so schlecht schmeckte. In Berlin angekommen wartete das Babelsberger Grüppchen auf ein paar Berliner*innen. Zusammen gings dann nicht mehr nur als Grüppchen, sondern als größere Gruppe in Richtung Poststadion. Aufm Weg musste ich mich erstmal um ein paar hässliche BFC Dynamo Sticker kümmern, welche die Stromkästen, Parkautomaten und Verkehrsschilder mit ihrer unerwünschten Anwesenheit beleidigten.

Am Poststadion angekommen sollte es nicht, wie eigentlich sonst üblich in den bereits bekannten Gästesektor des Fußballstadions gehn, sondern zum unerwartet hübschen und vor allem überdachten Rollhockeyplatz. Dieser kleine und gut versteckte Spielort bietet auf der einen Geraden steil aufsteigende Traversen sowie zwei kleinere, ebenfalls überdachte Zuschauer*innen-Bereiche auf den kürzeren Seiten und auf der anderen Graden. Vor allem von den offenen Traversen gab es eine Topsicht auf das Spielfeld. Insgesamt dürften es gut 400 Leute gewesen sein, die den wunderbar sonnigen Sonnabend bei etwas Sport, Spiel und Mucke genießen wollten. Von den Anwesenden dürften vielleicht vierzig zur Unterstützung der Fat Cats gekommen sein.

Aber kommen wir zu den Spielen. Im Rollerderby Slang nennen die sich übrigens Bout. Und im erste Bout kam es zur Revanche zwischen den Babelsberger Fat Cats und den gastgebenden Berlin Rollergirls. Es ging ziemlich zackig los. Die Bonzen zogen davon und beendeten die erste Hälfte mit einem fetten Vorsprung. Die zweite Hälfte wurde sehr viel enger. Einige Jams gingen komplett verloren. Aber mit dem Support von den Rängen inklusive Wechselgesängen wendete sich das Blatt und ein Jam nach dem anderen wurde gewonnen. Am Ende gewannen die Fat Cats souverän das Bout. Endstand war mit 238:139 für die Gäste aus Babelsberg. Glückwunsch!

In der Pause zwischen den Spielen hieß es etwas Ultrash-Mobi verteilen, stickern, Bier trinken. Selbstverständlich alkfrei. Und schnacken. Vom zweiten Bout, das sportlich auf jeden Fall nochmal eine ganz andere Klasse und Schnelligkeit hatte, hab ich leider nich mehr so viel mitbekommen. In Erinnerung bleibt ein schöner Ausflug, auf einen netten Platz, eine wunderbar entspannte Atmosphäre, ein heterogenes Publikum, eine grandiose Orga rund herum, coole Hardcore-, Punkrock- und HipHop-Mucke sowie winkende Rottweiler… Was will mensch mehr!. Denn wo kriegste schon Rage, Sex Pistols, Dead Kennedys usw. auf die Ohrn und spannenden Sport vor die Linse. Rollerta! Rollerta! Antifascista!

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